Einmal
Vollwäsche,
bitte
Die Deutsche Bahn AG betreibt in Freiburg die innovativste Zugwaschanlage
Deutschlands
Von unserer Mitarbeiterin Eva Binder
Die fünf Millionen Euro teure Außenreinigungsanlage
für Züge auf dem Betriebsgelände der Deutschen Bahn
AG in Freiburg sieht aus wie eine überdimensionale Autowaschanlage.
Auch der Waschvorgang ähnelt dem einer Autowäsche, funktioniert
aber mit modernster Technik.
Ein Rangierroboter bewegt
die Waggons durch die Waschstraße
und mit Hilfe eines Scan-Verfahrens stellen sich die Bürsten
automatisch auf den Wagentyp ein. Zwischen 15 und 40 Minuten dauert
ein Waschgang für fünf Wagen in der 90 Meter langen Waschstraße.
Seit Anfang Dezember
letzten Jahres wäscht die neue Waschanlage
wöchentlich 130 Waggons und 40 Lokomotiven. Stichtag für
die Fertigstellung war die Inbetriebnahme der Schwarzwaldbahn,
die dem Regionalverkehr Südbaden 36 zusätzliche Doppelstockwagen
beschert hat. Doppelstockwagen wurden bis dahin zur Reinigung nach
Basel gebracht. "Mit den Waggons der Schwarzwaldbahn wäre
dieser Aufwand rein zeitlich gar nicht möglich gewesen" ,
sagt der Leiter für Technik und Betrieb des Regionalverkehrs
Südbaden, Thilo Ganter. In Freiburg konnten vor dem Neubau
nur einstöckige Waggons gewaschen werden — in einer
Waschanlage im Freien, was den heutigen Umweltstandards nicht mehr
entspricht.
Die neue vollautomatisierte
Waschstation ist dagegen in einer Halle untergebracht, was die
Trennung von Waschwasser und Regenwasser
möglich macht. Umweltfreundlich ist auch die Wiederverwendung
von gebrauchtem Waschwasser. Bei einem Waschgang wird zur Hälfte "recyceltes" Wasser
und zur anderen Hälfte Frischwasser genommen. 4000 Kubikmeter
(4 Millionen Liter) Wasser verbraucht die Anlage im Jahr. Im Vergleich
zu sonst üblichen 22 000 Kubikmetern sei das eine deutliche
Verbesserung, so Ganter.
Bevor das nicht mehr
wiederverwertbare Abwasser allerdings in das öffentliche Kanalnetz eingeleitet werden kann, muss es
in einer internen Anlage aufbereitet werden. Im Unterschied zur
Autowäsche fallen bei der Zugwäsche Schwermetalle und
Bremsstaub an — 10 Kilogramm Schmutz kommen auf 1000 Liter
Wasser. Der anfallende Schlamm muss fachgerecht entsorgt werden,
ist nach Angaben von Ganter aber kein Sondermüll.
Badische Zeitung
7.März 2007
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